Montag, 20. Mai 2019


Newsletter Dr. Reuter


Bundesregierung 2015
190.000 Tote wegen Impflücken


190.000 Menschen sind in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland an Krankheiten gestorben, gegen die es Impfungen gibt. Darunter sind auch 280 Menschen, die an Spätfolgen der Masern starben.


Die Bundesregierung muss für bessere Impfquoten sorgen.
© Alexander Raths /Fotolia.com

Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor, über die zuerst die „Welt“ (Freitag) berichtete. Die Dunkelziffer dürfte sogar noch höher sein, heißt es weiter. Denn die impfpräventablen Infektionen würden in den Todesfallstatistiken nur unvollständig erfasst.

Die FDP fordert nun von der Bundesregierung, für bessere Impfquoten zu sorgen. So hätten viele der Todesfälle vermieden werden können. Immerhin 33 von 53 Ländern in Europa hätten zum Beispiel die Masern durch konsequentes Impfen eliminiert. Deutschland gehöre nicht dazu.

RKI-Präsident Lothar Wieler warnt in der Zeitung vor den Folgen des fehlenden Impfschutzes. Es gebe „praktisch bei allen Impfungen und in allen Altersstufen Impflücken“. Sorgen machen Wieler demnach vor allem die ungenügenden Impfquoten gegen Humane Papillomviren (HPV), aber auch rückläufigen Influenza-Impfquoten und geringe Impfquoten gegen Pneumokokken bei Älteren. Der RKI-Chef empfiehlt ein „aufsuchendes Impfangebot“ in Kombination mit einer Informationskampagne. Und er sieht die Ärzte in der Pflicht: „Wenn Ärzte konsequent ihre Patienten beim Arztbesuch nach ihrem Impfstatus fragen und auf Impflücken hinweisen, steigen die Impfquoten.“

Neueste Nachriten zu Fukushima- und Tschernoby-Folgen auch fuer Bayern:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2691384/Fukushima---fuenf-Jahre-danach#/beitrag/video/2691384/Fukushima---fuenf-Jahre-danach

http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/fukushima-reaktorunfall-langzeitfolgen-100.html

Neueste Nachrichten zum Thema Impfungen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65197

Liste Impfstoffe Lieferengpass

http://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/lieferengpaesse/informationen-lieferengpaesse-impfstoffe-node.html


Der erste Impfstoff gegen Malaria kommt

Kein Impfstoff-Kandidat gegen Malaria weckte in den letzten Jahren so viel Hoffnung wie RTS,S/AS01. Nun zeigt eine Langzeitstudie: Das Mittel kann Kinder schuetzen. von Alina Schadwinkel
24. April 2015 13:38 Uhr ZEIT-online

Update: Am 24. Juli 2015 hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bekannt gegeben, dass sie das Mittel Mosquirix empfiehlt als ersten Malariaimpfstoff weltweit. Das gilt als wichtiger Schritt vor einer Zulassung. Die Weltgesundheitsorganisation steht hinter der Entscheidung.

Alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch auf der Welt an Malaria. Die von Mücken uebertragene Krankheit gilt als eine der toedlichsten Infektionen überhaupt. Zwar ist sie heilbar, doch oft ist die Gesundheitsversorgung in den betroffenen Regionen unzureichend. Auch verliert manches Medikament bereits seine Wirkung. Umso dringlicher suchen Forscher nach einem Impfstoff, um weiteren Ansteckungen vorzubeugen und sind dabei nun einen bedeutenden Schritt weiter.

Das Mittel RTS,S/AS01, kurz RTS,S, hat die Tests der dritten und damit letzten Phase klinischer Studien erfolgreich durchlaufen. Seit 2009 hatten Forscher es drei Jahre lang an insgesamt mehr als 15.000 Kindern aus sieben afrikanischen Laendern getestet. Nun liegen die Ergebnisse in der Fachzeitschrift The Lancet vor: Das Mittel schuetzte einen Großteil der Kinder vor Malaria bis zu vier Jahre lang nach der Impfung (RTS,S Clinical Trials Partnership, 2015). Allerdings war der Impfstoff nicht in jeder Altersklasse effektiv und seine Wirksamkeit ließ mit der Zeit nach.
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RTS,S/AS01 bereitet das Immunsystem des Menschen auf die tödliche Malaria tropica vor: Ein Stich der Anopheles-Muecke, die den Erreger in sich trägt, bringt ihn ins Blut des Menschen. In diesem Moment attackiert das RTS,S-Eiweiß den Eindringling. Normalerweise wuerde der Erreger ueber die Blutbahnen in die menschliche Leber gelangen, sich vermehren und sich von dort im Koerper verteilen. Der Stoff aber macht ihn unschaedlich.

Die Studienteilnehmer stammen aus Burkina Faso, Gabon, Ghana, Kenia, Malawi, Mozambik, und Tansania. In der ersten Runde wurden zwei Altersklassen geimpft: Saeuglinge im Alter von 6 bis 12 Wochen sowie 5 bis 17 Monate alte Kleinkinder erhielten das Mittel drei Mal pro Monat. Eine kleinere Gruppe aus beiden Altersklassen erhielt das Mittel erneut nach 18 Monaten.

Jaehrlich erkranken nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 243 Millionen Menschen an der Tropenkrankheit.

Eine neue Auswertung der Malaria-Sterblichkeit hat zudem ergeben, dass die Schaetzungen der WHO zu den Todesfaellen durch das Wechselfieber wohl deutlich zu gering ausgefallen sind. Zwar gebe es Fortschritte im Kampf gegen die Seuche. Doch verstarben allein 2010 weltweit 1,24 Millionen Menschen nach den neuen Berechnungen an der Krankheit. In ihrem Malaria-Bericht von 2011 geht die WHO bislang von etwa der Haelfte aus.

Das Ergebnis: Die Impfung mit RTS,S in drei Dosen verhinderte Malariafaelle bei Saeuglingen und Kindern, mit einer Auffrischungsimpfung konnte die Wirksamkeit noch vergroessert werden. Der Impfschutz lag, je nach Alter der Kinder, zwischen 26 und 36 Prozent über die gesamte Dauer der Beobachtung von fast vier Jahren.

"Auch wenn die Wirksamkeit mit der Zeit nachgelassen hat, gibt es einen klaren Nutzen", sagt Brian Greenwood, einer der Studienautoren und Professor an der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Bedenke man, dass es allein 2013 geschaetzt rund 200 Millionen Malaria-Fälle gab, stehe das Ergebnis hochgerechnet für Millionen Kinder, die vor Malaria geschuetzt werden könnten.
Die WHO koennte den Malaria-Impfstoff im Herbst offiziell empfehlen.

Die Nebenwirkungen seien ueberschaubar gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung der PATH Malaria Vaccine Initiative. Ein Teil der Kinder bekam Fieber, einige davon wiederum Kraempfe. Beides aber sei nach spätestens einer Woche wieder abgeklungen.


Ebola

ES IST NOCH NICHT VORBEI!

Mitteilung 9.8.15

Ebola-Ausbruch in Westafrika
Der Ausbruch, der Ende 2013 in Gebieten Waldguineas begann, hatte sich auf sechs afrikanische Laender ausgeweitet. Am staerksten betroffen sind weiterhin Guinea und Sierra Leone. Fast 2 Monate nachdem die WHO den Ausbruch in Liberia fuer beendet erklaert hatte, ist Ende Juni ein 17-Jaehriger an den Folgen einer Ebola-Infektion verstorben. Nigeria und der Senegal wurden bereits 2014 wieder als Ebola-frei erklaert. Ende Oktober wurde der erste Fall in Mali bestaetigt. In den USA und Spanien haben importierte Faelle zu weiteren Infektionen beim Pflegepersonal gefuehrt, alle Patienten konnten die Klinik inzwischen geheilt verlassen.

Am 8. August hat die WHO den Ausbruch zum "Internationalen Gesundheitsnotfall" (international public health emergency) erklaert. Nach Angaben der Organisation sind bis zum 26. Mai dieses Jahres 27.135 Menschen erkrankt, 11.145 von ihnen sind verstorben.

In der Demokratischen Republik Kongo war es im August ebenfalls zu einem Ausbruch gekommen. 68 Menschen sind an den Ebola-Symptomen erkrankt, es gab 49 Todesfaelle. Am 15. November hat die Regierung den Ausbruch für beendet erklaert. Ein Zusammenhang mit des Ausbruechen in Westafrika besteht nicht.

Informationen zu der Situation in den Laendern:

Guinea
Liberia
Mali
Sierra Leone

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten:

Robert Koch-Institut: Aktuelles
Robert Koch-Institut: Krankheitsbeschreibung
Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Ebola
Centers for Disease Control and Prevention (CDC) - Ebola
Healthmap - Ebola-Timeline
International SOS - Ebola in West Africa


Mitteilung 27.09.14

Mali und Nigeria sind wieder frei von Ebola, in Guinea, Liberia und Sierra Leone ist die Situation stabil bei gleichbleibend hoher Zahl an Erkrankungsfaellen.

Ebola doch noch laenger ansteckend!?:

Ebola-Virus in Sperma von Inder nachgewiesen

Bei einem 26 Jahre alten Inder ist nach einer ueberstandenen Ebola-Infektion der Erreger in seinem Sperma nachgewiesen worden. Der Mann kam auf eine Isolierstation.

NEU-DELHI. Bei einem 26-jährigen Inder ist nach einer ueberstandenen Ebola-Erkrankung der Erreger in seinem Samen festgestellt worden. Das teilte das indische Gesundheitsministerium mit. Der Mann sei bei der Einreise nach Indien am Flughafen in Neu-Delhi isoliert worden.

Zwar sei der Erreger nicht mehr im Blut nachweisbar gewesen, dafuer aber im Samen des Mannes, so das Ministerium. Er muesse auf der Isolierstation bleiben, bis er nicht mehr positiv getestet werde. Sonst bestehe die Gefahr, dass Ebola beim Sex uebertragen werden koenne.

Nach Ministeriumsangaben war der Mann vor mehr als einer Woche von westafrikanischen Liberia nach Indien gereist. Bei der Befragung am Flughafen habe er angegeben, im September wegen Ebola behandelt worden zu sein.

Er habe ein Zertifikat der liberianischen Regierung bei sich getragen, wonach er "frei von allen klinischen Anzeichen und Symptomen" sei und die Laboranalysen negativ ausgefallen seien. Trotzdem sei er vorsorglich isoliert und in den darauf folgenden Tagen getestet worden.

Indien fuehrt - wie viele andere Laender - an den Haefen und Flughaefen Screenings durch, wobei Passagiere befragt werden und ihre Temperatur gemessen wird.

Gesundheitsexperten befuerchten schlimme Folgen, sollte es das toedliche Virus ins Land schaffen. In Indien befinden sich einige der am dichtesten besiedelten Städte der Welt, und das Gesundheitssystem ist nicht gut ausgebaut.
Kubanischer Arzt erkrankt an Ebola

Unterdessen ist ein kubanischer Arzt in Sierra Leone an Ebola erkrankt. Der Mediziner soll in Absprache mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Behandlung nach Genf ausgeflogen werden, wie die Staatsmedien eine entsprechende Mitteilung der Gesundheitsbehoerden in der kubanischen Hauptstadt Havanna zitierten.

Der Zustand des Patienten sei stabil. Der Arzt ist einer von 165 kubanischen Helfern, die in Sierra Leone im Einsatz sind. Im Kampf gegen Ebola hat der Karibikstaat seit Oktober insgesamt 256 Helfer nach Westafrika geschickt.
WHO hofft auf schnellere Ebola-Tests

Die WHO hofft derweil auf schnellere und zugleich einfachere Tests für den Nachweis des Erregers. Bislang sei dies nur in aufwendigen Laboruntersuchungen möglich, die jeweils 100 Dollar (80 Euro) kosten und bis zu sechs Stunden dauern würden, erklärte die WHO am Dienstag in Genf.

Weil die Tests nur in Speziallabors mit eigens geschultem Personal moeglich seien, gehe auch viel Zeit für den Transport von Blutproben aus entlegenen Dörfern über schlechte Straßen zu den Labors verloren.

Um die Entwicklung effektiverer und mobiler Test zu foerdern, hat die WHO nach eigenen Angaben die entsprechenden Vorgaben für Diagnostik-Unternehmen vereinfacht. Dies sei in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Aerzte ohne Grenzen und Herstellern erfolgt.

Noch müssten "besorgte Patienten und ihre Familien oft mehrere Tage warten, bis ein Ergebnis vorliegt", beklagte die WHO.

"Verlorene Zeit bedeutet auch, dass Infizierte in ihren Gemeinden bleiben und das Virus unwissentlich auf andere uebertragen." Erschwerend komme hinzu, dass Ebola-Symptome anfangs jenen vieler Tropenkrankheiten ähneln, darunter Malaria und Denguefieber. (dpa)



Wichtige Erkrenntnisse aufgrund des Hamburger Behandlungsfalls:
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1411677?query=featured_home&

Quientessenz: uebliche intensivmedizinische Therapie mit Fluessigkeit parenteral, nichtinvasive Atmungsunterstuetzung, ggf. Antibiose b. bakt. Begleitinfekten reicht aus/ hat hoechste Prioritaet!

Merkblatt Auswaertiges Amt für Diplomaten(27.9.14):

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/01-Laender/Gesundheitsdienst/MerkblaetterListe_node.html

Auswaertiges Amt 13.8.14:
Alle Deutschen in Guinea, Sierra Leone, Liberia werden aufgefordert das Land zu verlassen bis auf Botschaftsangehoerige und medizinische Helfer.

Anmerkung: In Nigeria sind zuletzt durch Einreise aus o.g. Laendern drei neue Faelle aufgetreten, moeglicherweise durch Ausreise aus Nigeria auch neue Faelle in der Tuerkei. Es muss ebenfalls durch Einreise bereits Erkrankter in Europa mit Einzellfaellen gerechnet werden, die aber durch andere Verzehrsgewohnheiten, Beerdigungsrituale u.a., Isolation und Behandlung sich nicht zur Epidemie bei uns entwickeln werden.

Symptome: wie bei Grippe, 3-16 Tage nach Ansteckung beginnend.

Therapie: symptomatisch; im Versuchsstadium Antikoerper aus amerikanischen Labors.

Zum Arbeitsschutz:
http://gestisbio.itrust.de/nxt/gateway.dll?f=templates&fn=default.htm&vid=gestisbiodeu:biosdbdeu

Gelbfieber-,Typhus- und Tollwut-Impfstoffe immer vorraetig 13.8.14

Analyse von ueber 1.000 Studien bestaetigt Sicherheit von Impfstoffen:
Impfstoffe haben nach einer Analyse von mehr als 1.000 Studien sehr wenige und meist nur passagere Nebenwirkungen. Belege dafür, dass Impfstoffe Autismus oder einen Typ-1-Diabetes verursachten, gebe es nicht, berichten Wissenschaftler des Institute of Medicine (IOM), die zu den National Academies of Sciences der USA gehoeren.
Die Analyse unter Leitung von Ellen Wright Clayton war 2009 vom US-Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben worden. Clayton, Professorin für Paediatrie und Rechtswissenschaften Vanderbilt University in Nashville, analysierte mit ihren Kollegen Studien zu acht häufig verwendeten Vakzinen (MMR, DTP, Varizellen, Influenza, Hepatitis B, Meningokokken, HPV und Tetanus).



EHEC und Fukushima-News
Verfasser Dr. Haiko Reuter, Sanitaetsoffizier a.D., ermaechtigt im Strahlenschutz und fuer § 43 InfSchG, ermaechtigt fuer BG-Untersuchungen bei beruflichen Langzeitaufenthalt im Ausland, Regionalsprecher IPPNW (Aerzte gegen den Atomkrieg)-Oberbayern, Haus- und Betriebsarzt


EHEC

EHEC-Infektionen: Die seit dem 1. Mai in Deutschland (v.a. im Norden) grassierende EHEC-Epidemie durch den besonders aggressiven Typ O104:H4 hat nach Angaben des RKI bislang (Stand 15. Juli) zu 4.335 Erkrankungen gefuehrt. Davon entwickelten 859 Patienten ein haemolytisch-uraemisches Syndrom (HUS) als Komplikation, die zu Nierenversagen und neurologischen Schaeden führen kann. 48 Menschen sind an der Erkrankung gestorben. Seit dem 23. Mai ist die Zahl an Neuerkrankungen kontinuierlich zurueckgegangen, das letzte bekannte Erkrankungsdatum bei einem Patienten mit EHEC O104-Nachweis war der 8. Juli. Auch außerhalb Deutschlands (Europa, USA) sind Faelle aufgetreten, die meisten Erkrankten hatten sich zuvor waehrend eines Aufenthaltes in Deutschland infiziert. Seit 5. Juli gelten aus Aegypten importierte Bockshornkleesamen als Ausloeser für die Krankheitswelle in Deutschland und Frankreich. Die Europaeische Union hat ein sofortiges voruebergehendes Verbot für die Einfuhr bestimmter Samen und Bohnen zur Sprossenzucht aus Aegypten erlassen, das bis Ende Oktober gilt. Vom Verzehr von Sprossen jeglicher Herkunft (auch selbstgezogenen) wird weiterhin abgeraten. Eine Uebertragung ist auch über sog. Schmierinfektion möglich, asymptomatische Keimtraeger bzw. Ausscheider nach stattgehabter Infektion können den Erreger weiter verbreiten. Hygiene nach Toilettenbenutzung ist daher als Schutzmaßnahme ebenfalls von vorrangiger Bedeutung.
Meldung eingestellt am: 18.07.2011
Mein Kommentar: die naechste EHEC-Infektion steht vor der Tür; es gab schon immer ohne aufmerksame Patienten und Ärzte 1000 Fälle jaehrlich

17.6.11
Heute wie in den letzten Tagen wurden weitere EHEC-Quellen gemeldet. Dabei handelt es sich auch um genetisch identische Erreger (O104:H4), die durchaus auch von bereits erkrankten Menschen und Tieren stammen koennen und somit nicht auf die Ursache, sondern auf die Weiterverbreitung nach Erkrankung hinweisen. Wie bereits frueher an dieser Stelle mitgeteilt, wird es regelmaessig EHEC-Funde und lokale Ausbrueche geben, die aber innerhalb einiger Wochen wieder abklingen.
Die Empfehlungen zum Haende und Lebensmittel waschen ggf. desinfizieren bleiben zeitlos gueltig für alle bakteriellen und viralen Erkrankungen, die ueber den Magen-Darm-Trakt verbreitet werden. Bei allen fieberhaften, blutigen Magen-Darmerkrankungen sind berufliche Arbeiten mit Lebensmitteln und privat alle hygienischen Massnahmen zu ergreifen, damit das persoenliche/berufliche Umfeld nicht infiziert wird (s. Unterweisung nach §43 Infektionsschutzgesetz).
Die Dimension der EHEC (Typ104:H4)- Erkrankungen betrug in den letzten Wochen im schlimmsten Fall im Vergleich zur allgemeinen taeglichen Sterberate 1: 400, d.h. es starben pro Tag in Deutschland selbst an den Tagen mit den meisten Todesfaellen an EHEC vierhundert Mal mehr Menschen an anderen Ursachen.

10.6.11
Der genetisch identische EHEC-Erreger wurde jetzt in einer Muelltonne auf Sprossen in einer Bienenbuetteller Packung gefunden, die einem EHEC-Erkrankten gehört. Damit ist die Beweiskette geschlossen. Das bedeutet, dass jetzt keine Gefahr mehr besteht, da jetzt jeder, der noch Sprossen aus Bienenbuettel hat, diese jetzt vernichten kann und der Bienenbuetteller Betrieb geschlossen ist. Ansonsten bleibt es bei den grundsaetzlichen allgemeinen hygienischen Regeln, die es zu beachten gilt, um dass Risiko für die dutzenden verschiedenen Darminfektionen zu verringern. Denn EHEC macht nur einen geringen Anteil aus und all diese Infektionen sind ganzjaehrig ueberall im Lande verteilt regelmaessig am Auftreten.

8.6.11
Nach zwei Wochen nach Beginn des EHEC-Ausbruchs laesst sich aufgrund der Natur der Verbreitung von Bakterien in Nahrungsmitteln diese an der Quelle nicht mehr nachweisen, da diese nach dieser Zeit an der Quelle absterben und die verseuchten Lebensmittel entweder verfallen oder gegessen sind. Eine Epidemie unter Menschen ist nicht zu erwarten. Vor Ausbruch der norddeutschen EHEC-Infektionen sind pro Woche mit hoher Dunkelziffer 20 Menschen pro Woche erkrankt. Um ein Vielfaches haeufiger werden schon immer Salmonellen, Noroviren, Campylobacter, Yersinien zu Ursachen auch toedlicher Durchfallserkrankungen. Spezielle Medikamente zur Behandlung gibt es nicht. Wichtigste Lehre muss sein, die Haendehygiene und Hygiene bei der Herstellung weiter zu optimieren durch Haendewaschen nach Toilette und vor dem Essen zu vermeiden (in Studien -50%). Und darin kann man das Gute an diesen medialen Vorgaengen sehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Enteroh%C3%A4morrhagische_Escherichia_coli

31.5.11
Wie vorauszusehen, waren spanische Gurken mit EHEC nicht die Verursacher der in Deutschland im Mai aufgetretenen Erkrankunen. Wahrscheinlich wird sich eine einzige Quelle nicht finden lassen. Die zahlenmässige Erkrankungswelle kann auch medial verursacht sein, da dadurch Patient und Arzt oefter nach diesen Erreger gesucht haben. Die moeglichen Quellen, Gemuese, Obst, Rohmilchprodukte, Rohfleisch zu meiden, waere gesundheitlich hinsichtlich chronischer Krankheiten fatal.

26.5.11
EHEC-Bakterien sind auf Gurken aus Spanien aber auch Holland und Bioprodukten gefunden worden. Es ist vorauszusehen, dass noch auf weiteren Gemüsen diese zu finden sind. Schon immer gab es EHEC, die Zahl der jaehrlichen Infektionen lag in den letzten 10 Jahren immer um 1000 Faelle:
http://www.statista.de/statistik/daten/studie/188030/umfrage/infektionen-mit-ehec-in-deutschland/

Wichtigste Massnahme jetzt und in Zukunft zur Vorbeugung aller ueber Nahrungsmittel übertragenen bakteriellen Infekte ist haeufiges und gezieltes 30 - Sekunden - langes umfassendes Haendewaschen und Gemuesewaschen.
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Fukushima-News

21.03.2013 - Erst fand man Brandspuren an einer provisorischen Schaltanlage - dann, in der Naehe, eine tote Ratte. Moeglicherweise hat das Tier den Stromausfall am havarierten AKW Fukushima ausgeloest.

http://www.spiegel.de/video/fukushima-stromausfall-durch-ratte-im-atomkraftwerk-video-1261476.html

4.5.12
Japan hat das letzte Atomkraftwerk vom Netz genommen. Eine Wiederaufnahme des Betriebes ist unwahrscheinlich geworden. Somit haben jetzt bereits mit Deutschland zwei Industrienationen bewiesen, daß man auch ohne Atomstrom auskommt. Das ist der Anfang vom Ende der Atomindustrie und damit auch der Atomwaffen, da dafuer die zivile Atomernergie zur Materialgewinnung erforderlich ist. Nur die Medizin und Forschung werden für Kleinmengen noch Wege finden müssen. Die Forschungsprojekte KATRIN und ITER werden dahin weitere Wege aufzeigen.

15.8.11
Aufgrund mangelnder Anstrengungen der Regierung Japans baut die IPPNW ein Netzwerk von Messstellen mit Hilfe von Spenden auf! Tepco versucht durch Planen Regen von den Atomkraftwerken fernzuhalten. Vor einer Woche teilte Tepco mit, dass die unmittelbare Strahlungsdosis sich verzehnfacht habe! In diesem Zusammenhang ist umso verwerflicher, dass die japanischen Behoerden den Grenzwert für Kindergarten- und Schulkinder am 20. April 2011 auf 20 mSv/Jahr angehoben haben. 20 mSv/Jahr gilt in den meisten Laendern, als oberste Grenze für Mitarbeiter in Atomanlagen. Für die Normalbevölkerung betraegt der entsprechende Dosisgrenzwert 1 mSv/Jahr. Kinder offiziell mit 20 mSv/Jahr zu belasten, ist aus aerztlicher Sicht nicht verantwortbar.

19.7.11
Japan rechnet mit 10 Jahren Abklingzeit und anschliessend zehn Jahren Abruestungszeit. Dann erst ist eine stabile sich nicht veraendernde Kontamination gegeben. Erst dann kann man sagen, wo Leben wieder geht oder nicht.

19.6.11
Tepco teilt mit, dass die Emmissionen ueber das Grundwasser und auch die dadurch bedingte Kontamination des Meerwassers zugenommen haben. Eine Ursache wurde nicht benannt.

8.6.11
Tepco gibt zu, dass eine Kernschmerze nicht nur stattgefunden hat, sondern den Sicherheitsbehälter verlassen hat.

10.5.11
Tepco gibt zu, dass 1. das Erdbeben für den Supergau verantwortlich ist und nicht der Tsunami; 2.rechnet auch Tepco jetzt mit einer weitergehenden Kernschmelze in drei Reaktorbloecken.


7.5.11
Japans Ministerpraesident Khan veranlasst die Abschaltung des Kernkraftwerks Hamaoka, was erstmalig am 26.3.11 auf der IPPNW-Tagung in Muenchen "25Jahre Tschernobyl" gefordert wurde!

12.4.11
Erstmalig offiziell das Eingestaendnis japanischer Atombehoerde, das Fukushima wie Tschernobyl Bevoelkerung und Umwelt gefaehrdet. Der Unterschied zu Tschernobyl ist die weitere unkalkulierbare Gefaehrdung durch weitere Erdbeben und Tsunamis nicht nur in Fukushima in den naechsten Jahren bei teilweise bereits vorgeschaedigten Sicherheitsbehaeltern.

8.4.11
Erneutes schweres Erdbeben Staerke 7,4 mit Schaeden an weiteren Atomkraftwerken -Ausmass noch nicht abschaetzbar.
Heute erhielt ich von zwei verschiedenen Apotheken erstmalig nach vier! Wochen meine Bestellung neuer Jodtabletten!

29.3.11
Japan will laut Ministerpräsident auch aus der Atomenergieerzeugung aussteigen. Neben den aktuellen Veraenderungen in Deutschland der Beginn des Endes des Atomzeitalters? Ohne zivile Atomenergie koennen keine Atombomben mehr hergestellt werden. Dann waere auch der Zehnjahresplan Obamas, die Atomwaffen zu erneuern und zu verbessern, Makulatur.

27.3.11
Leider tritt ein, was am 12.3.11 an dieser Stelle vorhergesagt wurde: Die Kernschmelze tritt ein. Jetzt muss befuerchtet werden, dass aufgrund der massiv steigenden Strahlung die Kontrolle der anderen fünf Kernreaktoren und Abklingbecken langfristig verloren geht. Das bedeutet dann eine noch staerkere und laengere Bestrahlung der Region über Luft und Wasser als in Tschernobyl. Am 9.Tag der Katastrophe in Tschernobyl war die Gefahr vorueber. In Fukushima beginnt die Gefahr am 16. Tag erst.
Empfehlenswerte Grafiken zu Fukushima/Erdbeben/Tsunami:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,752242,00.html

23.3.11
An der Lage hat sich nichts grundsaetzlich geaendert, die naechsten 7-14 Tage werden zeigen,ob die Kernschmelze weiter voranschreitet oder zum erliegen kommt.

Auf der IAEA-homepage wird ueber das Radiation-Monitoring in der Umgebung des zerstoerten KKW Fukushima berichtet.
http://www.iaea.org/newscenter/news/tsunamiupdate01.html

Die Gesellschaft fuer Strahlenschutz warnt:
Die IAEA hat gemeinsam mit den japanischen Behoerden Messungen bis zu 200 km Entfernung vom KKW durchgefuehrt. Es wurden Gamma-Dosis-Raten und Beta-Gamma-Kontaminationen gemessen.

Die Ergebnisse liegen zwischen 2 und 160 mSv/Jahr.