Sonntag, 21. Januar 2018


Einige weitere Tropen- & Reisekrankheiten


  • Chagas

  • Die Chagas-Krankheit ist eine in Mittel- und Südamerika vorkommende, durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit, die durch Raubwanzenbisse übertragen wird. Beim Erreger handelt es sich um Trypanosoma cruzi. Die Erkrankung verläuft in vier Stadien: der lokalen Reaktion an der Eintrittsstelle, dem akuten Krankheitsstadium, einem freien Intervall ohne Symptome und dem chronischen Stadium. Insgesamt endet die Chagas-Erkrankung in bis zu 10% tödlich, wobei Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährdet sind. Die betroffenen Organe sind in erster Linie das Herz, der Darm und das Gehirn. Die Diagnose wird durch den Nachweis des Erregers im Blut gestellt. Neue Medikamente wirken vor allem in der Frühphase der Erkrankung. Der Prophylaxe dienen in erster Linie Maßnahmen zur Bekämpfung der Raubwanzen oder zur Verhinderung ihrer Bisse. Eine Impfung existiert nicht.



  • Cholera

  • Die Cholera ist eine durch Bakterien - nämlich durch Vibrio cholerae bzw. heutzutage vor allem durch Vibrio el Tor - ausgelöste Durchfallerkrankung, die unbehandelt in bis zu 60% der Fälle tödlich endet. Die Übertragung der Bakterien erfolgt in erster Linie durch mit Fäkalien kontaminiertes Trinkwasser. Die Vibrionen bilden ein Toxin (= Gift), das zu massiven Flüssigkeitsverlusten von bis zu 25 Liter pro Tag in Form von "reiswasserartigen" Durchfällen führt. Die weiteren Symptome reichen von Übelkeit, Erbrechen, Heiserkeit und Muskelkrämpfen bis hin zum Nierenversagen.
    Die Diagnose wird durch Nachweis der Erreger im Stuhl gestellt. Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist der Flüssigkeitsersatz durch bestimmte Trinklösungen oder Infusionen. Zusätzlich werden Antibiotika verabreicht. Bei ausreichender Behandlung liegt die Sterblichkeit unter einem Prozent. Vorbeugend besteht die Möglichkeit einer Impfung bei Reisen in Risikoländer. Daneben sollten allgemeine hygienische Maßnahmen wie z.B. das Meiden von Leitungswasser eingehalten werden. Die Cholera ist in Deutschland generell meldepflichtig.
    Eine Schutzimpfung wird nur in seltenen Fällen bei Individuell deutlich erhöhtem Infektionsrisiko empfohlen. Sie wird auch – entgegen internationalen Vorschriften – in Einzelfällen von Ländern bei Einreise verlangt, wenn Reisende aus einem Epidemiegebiet kommen. In diesen Fällen ist der Impfnachweis in einen Internationalen Impfausweis einzutragen.
    (Gültigkeit der Impfung ab 6. Tag nach der Impfung für 6 Monate).
    Es gibt einen Schluckimpfstoff, bei dem 2 Impfdosen im Abstand von 1-6 Wochen geschluckt werden müssen, der Schutz hält etwa zwei Jahre an (Impfschema bei Kindern von 2-6 Jahren abweichend, Schutzwirkung kürzer).


  • Dengue-Fieber

  • Dengue-Fieber ist eine in den Tropen weltweit verbreitete Virusinfektion mit mehreren Millionen jährlicher Erkrankungsfälle. Die Übertragung der Viren erfolgt durch die Stiche bestimmter Mückenarten und zwar der Aedes aegypti und der Aedes albopticus, der sogenannten asiatischen Tigermoskitos. Die häufigere Form des Dengue-Fiebers ist durch hohes Fieber, Hautausschlag sowie Kopf- und Gliederschmerzen gekennzeichnet und klingt in der Regel komplikationslos ab. Bei Kindern unter zehn Jahren kann es zum hämorrhagischen Verlauf mit inneren und äußeren Blutungen kommen, wobei die Sterblichkeit bis zu 30% beträgt. Da es (noch) kein Medikament gegen die Viren gibt, kann die Behandlung nur die Symptome lindern. Ein Impfstoff befindet sich noch in der Entwicklung. Der Vorbeugung dienen Maßnahmen zur Bekämpfung der Mücken und zur Verhinderung von Mückenbissen.

    Der Erreger des Dengue-Fiebers ist, wie der des Gelbfiebers und der Hepatis C, ein Flavivirus. Flaviviren sind relativ klein und haben ein einzelsträngiges RNA-Genom. Es gibt vier Subtypen von Dengue-Fieber Viren, DEN I-IV, die in einer Epidemie auch gleichzeitig vorkommen können. Nach einer durchstandenen Erkrankung ist man gegen das Virus des jeweiligen Subtypus immun. Eine bereits durchlebte Dengue -Infektion schützt also nur vor einer Zweitinfektion durch den gleichen Subtyp, man kann daher theoretisch 4 mal an Dengue-Fieber erkranken. Dabei ist der Verlauf einer Infektion mit einem anderen Subtyp oft schwerer in seinem Verlauf als eine Erstinfektion.

    1999 war das Dengue-Fieber die häufigste durch Mücken übertragene Viruskrankheit überhaupt. Etwa 2.5 Milliarden Menschen leben in Gebieten, in denen Dengue- Fieberepidemien vorkommen. Jedes Jahr kommt es zu mehreren Millionen Fällen von Dengue-Fieber, von denen 95% Kinder sind. Etwa 500 000 Personen pro Jahr müssen deswegen im Krankenhaus behandelt werden. Die Fälle von hämorrhagischem Dengue-Fieber liegen bei mehreren Hunderttausenden, was aber von Jahr zu Jahr schwankt. Die Letalität des Dengue-Fiebers liegt nahezu bei Null mit Ausnahme des meist bei Kindern auftretenden hämorrhagischen Verlaufs, wo Letalitäten bis zu 30% beobachtet werden. Die meisten tödlich endenden Infektionen betrifft dabei Kinder im Alter bis zu einem Jahr.


  • Diphtherie

  • Die durch Troepfcheninfektion uebertragene Krankheit ist in Deutschland sehr selten geworden, tritt in anderen Laendern aber noch haeufiger auf. Die Impfung ist generell, besonders aber bei Reisen in bestimmte Länder mit engerem Kontakt zur einheimischen Bevoelkerung als Schutz zu empfehlen.
    Eine Grundimmunisierung, bestehend aus 2 Injektionen im Abstand 4-8 Wochen und einer 3. Dosis nach etwa einem Jahr, ist meistens schon im Kindesalter erfolgt. Für einen Dauerschutz sind Auffrischimpfungen mit einem speziellen Erwachsenen-Impfstoff alle 10 Jahre erforderlich. Zeitabstände zu anderen Impfungen sind nicht erforderlich.

    Die Impfung kann auch in Kombination mit einer Tetanus-Auffrischimpfung erfolgen.






  • Flussblindheit (Onchozerkose)


  • Die Flussblindheit ist eine durch Fadenwürmer (Filarien) ausgelöste chronische Erkrankung, die im tropischen Afrika sehr weit verbreitet ist und auch in Mittel- und Südamerika vorkommt. Die Filarien werden durch den Stich der Kriebelmücke, die sich in der Nähe von Flüssen vermehrt, übertragen. Die Larven (=Mikrofilarien) entwickeln sich dann in Wirten, in diesem Fall im menschlichen Körper, zu geschlechtsreifen Würmern, die sich dann bevorzugt im Unterhautgewebe einnisten und zur Bildung von Knoten in der Haut führen. Durch Wanderung über die Lymphspalten können sie sich im Körper ausbreiten und auch ins Auge gelangen, wodurch es in 10% der Fälle ohne Behandlung zur Erblindung kommt. Durch eine Therapie mit Ivermectin kann der Mikrofilarienbefall erheblich gesenkt werden. Die Prophylaxe besteht aus der Bekämpfung der Kriebelmücke, der Verhinderung von Mückenstichen und der Einnahme von Ivermectin alle sechs Monate.


  • FSME

  • Die Viren, die eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung hervorrufen können, werden von Zecken übertragen.
    Es gibt sie in zahlreichen europäischen Ländern, vor allem in Osteuropa. In Deutschland kommt die Krankheit vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern vor. Personen, die in entsprechenden Gebieten Zeckenstichen ausgesetzt sind, können sich durch eine Impfung schützen. Grundschutz: 2 Impfungen im Abstand von 1-3 Monaten, 3. Impfung 6-12 Monate nach der zweiten, danach bei anhaltendem Risiko Auffrischungen alle 3-5 Jahre (u.U. auch früher oder später). In besonderen Situationen ist eine beschleunigte Immunisierung möglich. Abstände zu anderen Impfungen sind nicht einzuhalten.


  • Gelbfieber

  • Gelbfieber ist eine vor allem in den tropischen Gebieten Afrikas, Mittel- und Südamerikas verbreitete Viruserkrankung. Die Übertragung der Viren erfolgt durch den Stich der sogenannten Gelbfieber-Mücke. Nach einer Inkubationszeit von 3-8 Tagen kommt es in der ersten Krankheitsphase zu uncharakteristischen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen, die nach einigen Tagen wieder abklingen können. Anschließend folgt - jedoch nur bei einem Teil der Betroffenen - die zweite Phase mit hohem Fieber sowie inneren und äußeren Blutungen, die in 50% der Fälle tödlich endet. Derzeit existiert noch kein Medikament gegen das Virus. Jedoch ist eine Prophylaxe durch eine Schutzimpfung möglich, die an allen Tropeninstituten angeboten wird. Daneben sind allgemeine Maßnahmen wie Insektensprays, Moskitonetze u.ä. zum Schutz vor Mückenstichen in Risikogebieten einzuhalten.
    Eine Gelbfieberimpfung ist in zahlreichen tropischen Ländern für die Einreise vorgeschrieben, entweder generell oder bei Einreise aus einem Gelbfieber-Infektionsgebiet (Land, in dem Gelbfieber vorkommt) auch wenn ein solches nur im Transit angeflogen wird. Unabhängig von solchen Bestimmungen wird die Gelbfieberimpfung evt. zum persönlichen Schutz empfohlen, auch wenn sie nicht vorgeschrieben ist. Die Impfung wird nur in staatlich zugelassenen Impfstellen durchgeführt. Sie muss in einem Internationalen Impfpass eingetragen sein, der mit dem Reisepass bei Einreise vorzulegen ist, wenn die Impfung vorgeschrieben ist. Gültigkeit: 10 Jahre ab 10. Tag nach der Impfung. Wenn eine vorgeschriebene Impfung aus medizinischen Gründen kontraindiziert ist, besteht die Möglichkeit einer Impfbefreiung. Es wird dann ein sog. „exemption certificate“ benötigt. Die Anerkennung obliegt dem zuständigen Beamten des Einreiselandes. Die Länder, für die Impfpflicht besteht, sind zur Anerkennung diese Zeugnisses nicht verpflichtet. Im Extremfall kann eine Einreise verweigert werden.


  • Hepatitis

  • Unter dem Begriff Hepatitis versteht man Erkrankungen, die mit einer Entzündung der Leber und Leberzellschädigung einhergehen. Die stark verbreitete Hepatitis kann durch Viren, Bakterien, Protozoen, Parasiten, toxische Substanzen, Arzneimittel oder Alkohol hervorgerufen werden. Gegenwärtig werden 5 Hepatitisformen unterschieden: Hepatitis A , B , C , D , E . Bei dem noch nicht allzu lange bekanten 6. Hepatitis-Virus, dem Hepatitis G-Virus, mit HGV abgekürzt, ist noch nicht klar, welche klinische Relevanz der Erreger hat und ob er überhaupt hepatotrop - also leberschädigend - ist.
    Die Erreger dieser Infektionen gehören zu unterschiedlichen Virusfamilien und besitzen entweder ein DNA- oder RNA-Genom. Der Übertragungsweg ist parenteral (d.h. unter Umgehung des normalen Nahrungsaufnahmewegs) oder fäkal-oral. Die 5 Hepatitisformen unterscheiden sich hinsichtlich der Schwere der akuten Hepatitis, der Entwicklung fulminanter (schwerer) oder chronischer Hepatitis sowie der epidemiologischen Verteilung. Während Hepatitis A und E im allgemeinen mild verlaufen und ohne Komplikationen ausheilen, können Infektionen mit dem HBV, HCV und HDV zu chronischen Verläufen führen.



  • Hepatitis A

  • Die Infektion mit diesem Virus, das eine akute Leberentzündung hervorruft, erfolgt über Nahrungsmittel. Besonders See- und Meeresfrüchte (Muscheln, Shrimps, Krebse etc) sind häufig eine Infektionsquelle. Eine Impfung ist bei Reisen in südliche und östliche Länder mit Hygienemängeln grundsätzlich zu empfehlen. Die Schutzwirkung beginnt a. 2 Wochen nach der ersten Impfung, durch eine zweite Impfung nach 6-12 Monaten wird ein Schutz für mindestens 10 Jahre erreicht. Danach Auffrischungen nicht vor 10 Jahren. Ein Zeitabstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich.

    Bei gleichzeitiger Indikation für eine Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B, sowie gegen Hepatitis A und Typhus sind Kombinationsimpfstoffe verfügbar.


  • Hepatitis B

  • Das Virus ist in vielen Ländern, insbesondere in den Tropen, wesentlich weiter verbreitet als bei uns. Aber in Deutschland treten bereits jährlich ca. 50.000 Neuinfektionen auf, die zu ca. 10.000 Leberzirrosen jährlich neu führen. Es wird in der Regel durch Sexualverkehr und durch Blut (unsaubere Nadeln, Spritzen, etc.) übertragen.
    Je enger und länger der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, um so höher das Infektionsrisiko.
    Das gilt besonders für Berufe im Sozial- und Gesundheitsdienst. Die Impfung (2 Dosen im Abstand von
    4 Wochen, 3. Dosis nach 6-12 Monaten. ggf. Antikörper-Testung, Auffrischung alle 10 Jahre) ist gut wirksam.
    Ein Zeitabstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich. Sie wird bei allen Kindern im ersten Lebensjahr zusammen mit 5 weiteren Impfstoffen empfohlen und in der Regel auch durchgeführt; bis zum 18. Lebensjahr zu Lasten der Krankenkassen.
    Bei gleichzeitiger Indikation für eine Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B ist ein Kombinationsimpfstoff verfügbar. In besonderen Situationen ist sowohl bei den Einzelimpfstoffen wie auch bei dem Kombinationsimpfstoff eine beschleunigte Immunisierung möglich.


  • Japanische Enzephalitis

  • Die Japanische Enzephalitis ist eine durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung, die zu entzündlichen Reaktionen im zentralen Nervensystem, insbesondere im Gehirngewebe, führt. Die Übertragung der Viren erfolgt durch Stechmücken, die vor allem in den Feuchtlandschaften Südostasiens weit verbreitet sind. In diesen Gebieten liegt das Infektionsrisiko durch einen Mückenstich bei 1:200.
    Die Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Nackensteifigheit, die in der Regel plötzlich beginnen. Bei leichten Verläufen klingen die Symptome nach ein bis zwei Wochen vollständig ab. Schwere Verläufe, die vor allem im Kleinkindalter und im höheren Erwachsenenalter vorkommen, führen meist zu bleibenden neurologischen Schäden wie z.B. Lähmungen oder Krampfanfällen und enden in etwa 30% der Fälle tödlich.
    Da noch kein Medikament gegen die auslösenden Viren existiert, ist derzeit keine Heilung, sondern nur eine Linderung der Symptome möglich. Es gibt jedoch eine Impfung, die der Vorbeugung einer Erkrankung dient, neben allgemeinen Maßnahmen zum Schutz vor Insektenstichen (wie Sprays und Moskitonetze).

    Sie wird durch Mücken übertragen. Der Impfstoff ist in Deutschland nicht zugelassen, kann aber im Bedarfsfall über Apotheken importiert werden. Für einen Schutz sind 3 Impfungen an den Tagen 0, 7, 30 oder 0, 7, 14 erforderlich. Auffrischung alle 3 Jahre. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Ein Zeitabstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich.


  • Kala-Azar (Viszerale Leishmaniose)

  • Leishmaniosen sind durch bestimmte einzellige Parasiten, die Leishmanien, ausgelöste Infektionserkrankungen. Die Übertragung erfolgt durch Sand- oder Schmetterlingsmücken. Bei der viszeralen Leishmaniose sind in erster Linie Lymphknoten, Milz, Leber und Knochenmark betroffen. Die Erkrankung beginnt schleichend mit Bauchschmerzen, Durchfällen, Fieber und Gewichtsabnahme. In der Folge kommt es zur Vergrößerung von Leber und Milz sowie zu Blutbildveränderungen. Ohne Behandlung endet sie immer tödlich. Seit der Entwicklung wirksamer Antibiotika konnte die Sterblichkeit auf 3-20% gesenkt werden. Eine Impfung existiert nicht. Die Vorbeugung besteht in der Bekämpfung der übertragenden Mücken und in allgemeinen Maßnahmen zum Schutz vor Insektenstichen.
    Zu den Leishmaniosen gehört eine Vielzahl von Erkrankungen, die unter verschiedenen Begriffen bekannt sind. Die viszerale Leishmaniose wird auch als Kala-Azar oder Dum-Dum-Fieber bezeichnet. Die kutane und mukokutante Leishmaniose kann entsprechend ihren Verbreitungsgebieten in Leishmaniose der Alten Welt und der Neuen Welt eingeteilt werden. Zusätzlich werden für die einzelnen Erscheinungsformen Begriffe wie: Orientbeule, Uta, Gummizapfenulkus oder Espundia verwendet.



  • Lassafieber

  • Das Lassafieber ist eine in Westafrika vorkommende, oft mit inneren Blutungen einhergehende Viruserkrankung. Die Übertragung erfolgt unter mangelnden hygienischen Bedingungen durch Kot oder Urin infizierter Ratten sowie durch engen Kontakt mit Erkrankten bzw. über deren Ausscheidungen oder deren Blut. Insgesamt ist in Westafrika mit etwa 100.000 Erkrankungsfällen pro Jahr zu rechnen. In Deutschland sind seit 1969 nur drei Fälle bekannt geworden. Nach einer Inkubationszeit von sieben bis zwölf Tagen kommt es zu ansteigendem Fieber und zu Kopf- und Gliederschmerzen. Es folgen trockener Husten, Hals- und Brustschmerzen sowie Bauchkrämpfe. Unbehandelt führt das Lassafieber in ca. 40% der Fälle durch Nieren- oder Kreislaufversagen zum Tod. Durch frühzeitige Behandlung im Krankenhaus kann die Letalität auf etwa 5% gesenkt werden. Eine Impfung existiert derzeit noch nicht. Vorbeugend sind hygienische Maßnahmen einzuhalten.


  • Lepra

  • Lepra, in Deutschland auch als Aussatz bezeichnet, ist eine chronische Infektionskrankheit, die die Haut und Schleimhäute zerstört und Nervenzellen befällt. Der Erreger ist das Mycobacterium leprae . Der Erreger lebt intrazellulär, also innerhalb der Zellen des Menschen.
    Heutzutage leidet etwa eine Million Menschen weltweit an Lepra, jedes Jahr gibt es etwa 700.000 Fälle von Neuerkrankungen. Durch den Befall der Nervenzellen wird zuerst der Tastsinn der Betroffenen eingeschränkt, was oft zu Verbrennungen und Verletzungen führt. Im weiteren Verlauf kann es bei ausbleibender Behandlung auch zur Erblindung kommen, was natürlich zusammen mit dem eingeschränkten Tastsinn katastrophale Folgen hat. Lepra ist heutzutage durch eine Kombinationstherapie aus mehreren Antibiotika heilbar.

    Die Länder mit den meisten Leprakranken sind Indien, Brasilien, Bangladesh, Myanmar und Nigeria, aber die meisten ärmeren Entwicklungsländer sind ebenfalls betroffen. Heutzutage leidet etwa 1 Million Menschen weltweit an Lepra (Prävalenz), jedes Jahr gibt es etwa 700 000 Fälle von Neuerkrankungen (Inzidenz). Aus bisher unbekannten Gründen ist die Krankheit im 16. Jahrhundert in Europa bis auf ein paar isolierte Orte fast ausgestorben.


  • Marburg-Virus

  • Die Marburg-Virus-Infektion löst ein hämorrhagisches Fieber aus und ist erstmalig 1967 in Deutschland und Jugoslawien aufgetreten. Obwohl damals importierte grüne Meerkatzen aus Uganda die Infektionsquelle darstellten, ist das natürliche Reservoir der Viren nicht bekannt. Gesicherte Übertragungswege sind Kontakt mit Geweben und Organen von infizierten Tieren sowie die Übertragung von Mensch zu Mensch über Blutkontakt und Geschlechtsverkehr. Die Viren können über Monate im Körper verbleiben. Es existiert nur eine symptomatische Behandlung. Bis zu 25% der Patienten versterben. Bei Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren sind strenge Sicherheitsmaßnahmen zu befolgen. Die Erkrankung ähnelt der Ebola- Infektion.


  • Meningokokken-Krankheit

  • Meningokokken –Meningitis ( epidemische Hirnhautentzündung) wird durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Die Krankheit tritt in vielen Ländern gehäuft auf, oftmals zu bestimmten Jahreszeiten auch als Epidemie. Für Mekka-Pilger ist die Impfung mit einem Vierfach-Impfstoff, der die Stämme A, C, W135 und Y enthält, bei Einreise nach Saudi-Arabien vorgeschrieben. Ein anderer Impfstoff enthält nur die Stämme A und C. Ein Impfschutz für 3 Jahre wird durch eine einzige Impfung zu beiden Impfstoffen erreicht, allerdings nicht bei Kindern unter 2 Jahren. Die Gültigkeit und Wirksamkeit der Impfung beginnt nach 10 Tagen. Ein Zeitabstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich.

    Ein besonderer Impfstoff gen die Meningokokken der Gruppe C ist auch schon im Säuglingsalter wirksam.
    Bei Kindern unter einem Jahr sind jedoch 3 Injektionen notwendig. Die Dauer des Impfschutzes beträgt mindestens vier Jahre, bei Säuglingen ist sie kürzer.



  • Noma

  • Bei Noma handelt es sich um eine bakterielle Infektionserkrankung, die fast ausschließlich unterernährte Kinder in Entwicklungsländern betrifft, die in schlechten hygienischen Verhältnissen leben und unter anderen schweren Infektionserkrankungen, wie z.B. Masern, leiden. Die Erkrankung beginnt meist an der Wangenschleimhaut mit der Bildung von Geschwüren und schreitet unter Zerstörung des betroffenen Gewebes voran. Die erfolgreichste Therapie wäre die Vermeidung der Erkrankung durch eine Verbesserung des allgemeinen Lebensstandards. Therapeutische Möglichen bestehen in der Gabe von Antibiotika sowie in operativen Maßnahmen.

    Die Bezeichnung Noma leitet sich von dem griechischen Wort nome ab, das wörtlich übersetzt "Weide" bedeutet, hier aber sinngemäß als "um sich fressendes Geschwür" übertragen werden kann. Im deutschen Sprachgebrauch wird auch häufig die Bezeichnung Wangenbrand verwendet. In dieser Bezeichnung sind bereits zwei Charakteristika der Erkrankung enthalten, zum einen der Ort, nämlich die Wange, und zum anderen die Art und Weise, nämlich eine Geschwürbildung. Bei Noma handelt es sich also um eine von der Wangenschleimhaut ausgehende Geschwürbildung, die zum Absterben des Gewebes führt. Die lateinische Bezeichnung Cancrum oris zielt insbesondere auf den zerstörerischen Charakter der Erkrankung ab.



  • Pest

  • Die Pest ist eine in Epidemien auftretende bakterielle Infektionskrankheit, die bereits in der Antike bekannt war und seitdem unzählige Todesopfer gefordert hat. Es handelt sich dabei um eine bei Nagetieren vorkommende Erkrankung, die durch Parasiten wie z.B. Rattenflöhe auf Menschen übertragen werden kann. Im Anschluss ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Man unterscheidet vier Verlaufsformen: die Beulenpest und die abortive (=nicht voll ausgebrochene) Pest, die beide überlebt werden können, sowie die tödlichen Varianten Lungenpest und Pestsepsis. Eine Therapie mit Antibiotika hilft nur bei frühzeitigem Beginn. Es existiert keine Impfung, eine vorbeugende Einnahme von Antibiotika kann jedoch eine Erkrankung bei gefährdeten Personen wie z.B. bei medizinischem Personal verhindern.


  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)

  • Die Weltgesundheitsorganisation unternimmt derzeit große Anstrengungen, Die Krankheit auszurotten. Viele Länder sind poliofrei. Eine Reihe von Ländern in Afrika und Asien meldet jedoch immer noch neue Erkrankungen. Ein Impfschutz für Reisen id diese Regionen ist weiterhin notwendig. Die Grundimmunisierung bestehend aus 2 bzw. 3 Injektionen (je nach Impfstoff) ist in der Regel schon im Kindesalter erfolgt. Zur Sicherstellung des Impfschutzes sollte eine Auffrischimpfung alle 10 Jahre erfolgen. Bei notwendiger Auffrischung von Tetanus, Diphtherie und Polio gibt es Kombinationsimpfstoffe.


  • Rocky Mountain Spotted Fever (Felsengebirgsfieber, amerikanisches Zeckenbissfieber)

  • Das Rocky Mountain Spotted Fever ist eine ernst zunehmende, akut verlaufende Infektionskrankheit, die fast ausschließlich in Nordamerika auftritt. Der Erreger der Erkrankung ist Rickettsia rickettsie, ein sehr kleines Bakterium. Die Übertragung des Erregers auf den Menschen erfolgt über Zecken. Die Erkrankung beginnt akut mit hohem Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf tritt ein generalisierter Hautausschlag auf. Zur Behandlung werden Antibiotika verwendet. Seit der Einführung der Antibiotika konnte die Sterblichkeit von anfangs etwa 30 % auf heute knapp 3 % gesenkt werden. Ein effektiver Schutz vor der Erkrankung besteht in der Vermeidung von Zeckenbissen.
    Angaben zur Häufigkeit des Rocky Mountain Spotted Fever existieren nur für die USA. Dort werden ca. 800 Erkrankungsfälle pro Jahr gemeldet. Bevorzugt betroffen sind Kinder zwischen dem 5. und 9. Lebensjahr. Die Erkrankung tritt überwiegend im Frühjahr und im Sommer, wenn die Zecken aktiv sind, auf.


  • Ruhr (Shigellose)

  • Die Ruhr ist eine meldepflichtige Durchfallserkrankung, die vor allem in Entwicklungsländern verbreitet ist. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Infektion mit Shigella dysenteriae, die durch Trinkwasser und kontaminierte Nahrungsmittel übertragen wird. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen kommt es zu Fieber und wässrigen Durchfällen, die jedoch in der Folge blutig-schleimig-eitrig werden können. Schwere, auch lebensbedrohliche Krankheitsverläufe kommen vor allem bei Kleinkindern, alten Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem vor. Die Diagnose erfolgt aus den klinischen Symptomen sowie durch eine Stuhluntersuchung. Seit der Entwicklung von Antibiotika, die zur Behandlung der Ruhr eingesetzt werden, hat sich die Prognose deutlich gebessert.



  • Salmonellen (Typhus, Paratyphus)

  • Der Typhus ist eine schwere meldepflichtige Allgemeinerkrankung, die vor allem in Entwicklungsländern vorkommt. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Infektion mit Salmonella typhi, die durch Trinkwasser und kontaminierte Nahrungsmittel übertragen wird. Nach einer Inkubationszeit von etwa zehn Tagen kommt es bei ausbleibender Behandlung zum typischen vierwöchigen Krankheitsverlauf mit hohem Fieber und erbsenbreiartigen Durchfällen. Daneben können auch innere Organe betroffen sein. Die Diagnose erfolgt aus den klinischen Symptomen sowie durch den Nachweis der Erreger im Blut oder im Stuhl. Seit der Entwicklung von Antibiotika, die zur Behandlung des Typhus eingesetzt werden, hat sich die Prognose deutlich gebessert. Die Sterblichkeit liegt heutzutage bei 1-3%. Es gibt auch eine orale Schutzimpfung, um bei Auslandsreisen der Erkrankung vorzubeugen. An dieser Stelle sei auch der Paratyphus erwähnt, der ebenso eine Salmonelleninfektion darstellt, aber in der Regel milder verläuft.

    Salmonellen sind Bakterien, die sich sowohl aerob, also mit Sauerstoff als auch anaerob, also ohne Sauerstoff vermehren können. Da sie sich mit der Gramfärbung nicht anfärben, bezeichnet man sie als gramnegativ. Sie sind nach dem amerikanischen Bakteriologen Daniel E. Salmon (1850-1914) benannt. Die Gattung Salmonella zeichnet sich durch einen sehr großen Artenreichtum aus. Es sind ca. 2000 Arten bekannt, die sich durch die Analyse bestimmter Antigene differenzieren lassen. Von diesen sind ca. 120 Arten in der Lage, beim Menschen Erkrankungen hervorzurufen. Sie verursachen Infektionskrankheiten, die auch als Salmonellosen bezeichnet werden. Für diese gibt es verschiedene Einteilungsschemata. Bewährt hat sich die Einteilung nach den klinischen Krankheitsbildern. Es können schwere Allgemeininfektionen, wie z.B. Typhus oder Paratyphus und auf den Magen-Darm-Trakt beschränkte Entzündungen, also Enteritiden , unterschieden werden. Berichte über Salmonellen-Enteritiden erscheinen in regelmäßigen Abständen in den Medien. Oft sind ganze Kindergärten oder Altenheime betroffen. In diesen Fällen handelt sich fast immer um Lebensmittelvergiftungen mit kontaminierten Nahrungsmitteln, die durch mangelnde Hygiene verursacht werden. Salmonellosen gehören zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Auch Typhuserkrankungen treten meist gleichzeitig bei mehreren Personen auf. Im Folgenden soll auf das Krankheitsbild des Typhus eingegangen werden. Da der Paratyphus diesem in vielem ähnelt, wird dieser am Ende näher erläutert. Typhus kommt weltweit vor, in Deutschland ist er jedoch selten. Hier handelt es sich meist um eingeschleppte Fälle von Fernreisenden (Tropenmedizin). Der Begriff Typhus ist von dem griechischen Wort typhos abgeleitet, der soviel bedeutet wie "Dunst" oder "Nebel".


  • Schistosomiasis, Bilharziose

  • Die Bilharziose ist eine in den Tropen und Subtropen weit verbreitete Erkrankung, deren Auftreten vom Vorkommen der als Zwischenwirte fungierenden, in warmen Binnengewässern lebenden Schnecken abhängig ist. Krankheitserreger sind Schistosomen oder Pärchenegel, eine 1-2 cm lange Saugwürmergattung. Die Larven dieser Würmer dringen bei Kontakt mit kontaminiertem Wasser durch die Haut des Menschen (=Endwirt) ein und wandern über Lymph- und Blutgefäße in die Leber, wo sie sich zu reifen Pärchenegeln entwickeln.
    Anschließend verbreiten sie sich über die großen Venen im Körper und befallen v.a. Harnblase, Darm, Leber, Lunge und Gehirn. Ihre Eier werden mit dem Stuhl oder Urin wieder ausgeschieden. Die Symptome der Bilharziose sind ein juckender Hautausschlag an der Eintrittsstelle der Larven, eine akute, fieberhafte Erkrankung als Folge der ersten Eiablage sowie die chronische Erkrankung mit Symptomen, die den befallenen Organen entsprechen. Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch Nachweis der Eier im Stuhl oder Urin. Dank neu entwickelter Medikamente ist die Prognose bei rechtzeitigem Therapiebeginn gut. Vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung der Bilharziose sind Aufklärungskampagnen und die Bekämpfung der Schnecken.


  • Schlafkrankheit (Trypanosomiasis)

  • Die Schlafkrankheit ist eine unbehandelt in der Regel tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die nur im tropischen Afrika vorkommt und durch den schmerzhaften Stich der Tsetsefliege übertragen wird. Man unterscheidet zwei Varianten, die ost- und die westafrikanische Form, die sich v.a. in der Dauer des Krankheitsverlaufes unterscheiden. Beide zeigen drei Stadien, wobei es anfangs zu einer Entzündung an der Einstichstelle kommt (= Trypanosomenschanker)• Chagas. Das zweite Stadium ist durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie die Beteiligung innerer Organe gekennzeichnet. Im dritten Stadium kommt es zu neurologischen Symptomen wie z.B. den typischen Schlafstörungen. Die Diagnose erfolgt durch Erregernachweis aus einer Lymphknotenbiopsie, aus dem Blut oder aus der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit. Durch neu entwickelte, allerdings nebenwirkungsreiche Medikamente konnte die Letalität auf 3-10% gesenkt werden. Vorbeugende Maßnahmen sind die Bekämpfung der Tsetsefliegen und die Verhinderung von Insektenstichen.



  • Tetanus ( Wundstarrkrampf)


  • Kleinere Verletzungen und Unfälle sind bei jeder Reise möglich. Deshalb sollte keine Auslandsreise ohne einen wirksamen Impfschutz gegen Tetanus angetreten werden. Der Grundschutz (2 Infektionen im Abstand von 4-8 Wochen, eine 3. Injektion nach 6-12 Monaten) ist zumindest in Deutschland in der Regel bereits im Kindesalter erfolgt. Wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt, sollte für die Reise eine Auffrischimpfung erfolgen. Hierfür reicht eine Impfung aus, wenn früher der Grundschutz mit 3 Impfungen erfolgt ist.
    Für ältere Kinder und Erwachsene, deren letzte Diphtherie-Impfung mindestens 10 Jahre zurückliegt, gibt es einen Kombinationsimpfstoff, der neben dem Schutz gegen Tetanus auch zugleich den Schutz gegen Diphtherie auffrischt.


  • Tollwut

  • In Reisegebieten, in denen vermehrt Tollwut vorkommt, kann diese Impfung lebensrettend sein. In vielen Ländern sind die bei uns angewandten, gut verträgliche Impfstoffe nicht überall verfügbar. Deswegen kann eine vorbeugende Impfung sinnvoll sein. Sie besteht aus 3 Injektionen an den Tagen 0, 7, 21 oder 0, 7, 28. Zur Aufrechterhaltung der Schutzwirkung sind zu einem späteren Zeitpunkt Auffrischungen erforderlich
    (unterschiedlich in Abhängigkeit von Hersteller und Expositionsrisiko.) Aufgefrischt werden muss immer im Falle einer tollwutverdächtigen Bissverletzung. Ein Zeitabstand zu anderen Impfungen muss nicht eingehalten werden.


  • Tsutsugamushi-Fieber (Scrub Typhus)

  • Das Tsutsugamushi-Fieber ist eine ernst zu nehmende, akut verlaufende Infektionskrankheit, die in Zentral-, Ost- und Südostasien sowie in Nordaustralien, Indien, Pakistan und Ozeanien verbreitet ist. Auch in den Hochlagen des Himalaya wird es beobachtet. Der Erreger der Erkrankung ist Rickettsia tsutsugamushi, ein sehr kleines Bakterium. Die Übertragung des Erregers auf den Menschen erfolgt über Milbenlarven. Die Erkrankung beginnt akut mit hohem Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf tritt ein generalisierter Hautausschlag auf. Die Beschwerden ähneln denen bei Flecktyphus. Zur Behandlung werden Antibiotika verwendet. Seit der Einführung der Antibiotika konnte die Sterblichkeit von anfangs mehr als 40 % deutlich gesenkt werden. Ein effektiver Schutz vor der Erkrankung besteht in der Vermeidung von Bissen durch Milbenlarven.




  • Tuberkulose (Schwindsucht)

  • Die Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die weltweit verbreitet ist und heutzutage auch in den Industriestaaten durch HIV und Immigration wieder an Bedeutung gewinnt. Weltweit sterben jährlich 3 Millionen Menschen an den Folgen der Tuberkulose.
    Schlechter Ernährungszustand, niedere soziale Verhältnisse und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen Infektion und Erkrankung. Krankheitsauslöser sind Tuberkelbakterien (Mykobakterium tuberkulosis), die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

    Kurze Zeit nach der Infektion entsteht die Primärtuberkulose, die durch einen isolierten Entzündungsherd meist in der Lunge, der sich in der Folge abkapselt, gekennzeichnet ist. Die Erreger können sich jedoch auch unbemerkt im Körper ausbreiten und nach vielen Jahren entsteht dann durch Reaktivierung die Postprimärtuberkulose mit fortschreitender Entzündung in Lunge, Niere, Knochen oder anderen Organen.

    Die Tuberkulose wird ansteckend, wenn ein Entzündungsherd aufbricht und die Erreger nach außen gelangen. Man spricht dann von einer offenen Tuberkulose, die dem Gesundheitsamt gemeldet werden muss und einer Isolierung des Betroffenen bedarf. Die Diagnose wird durch Lungenröntgen und den oft schwierigen Erregernachweis gestellt. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von mehreren Medikamenten, die das Wachstum der Bakterien hemmen, sog. Tuberkulostatika, und muss konsequent über neun Monate durchgeführt werden. Die Möglichkeit einer Schutzimpfung wird derzeit nur für Risikogruppen empfohlen.


  • Typhus

  • Die Typhuserreger werden durch verunreinigte Nahrungsmittel und verseuchtes Trinkwasser übertragen. In Ländern mit geringem Hygienestandard ist die Krankheit weit verbreitet. Es gibt zwei Impfstoffe, durch die ein Schutz (von etwa 50-70 %) erreicht werden kann: durch einen Schluckimpfstoff mit abgeschwächten lebenden Erregern oder einen Injektionsimpfstoff mitabgetöteten Erregern. Beim Injektionsimpfstoff benötigen Sie nur eine einzige Injektion, um einen Schutz für etwa 3 Jahre aufzubauen, der etwa ab dem 10. Tag nach der Impfung vorhanden ist. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich und kann mit anderen Impfungen gleichzeitig verabreicht werden. Bei Indikation für eine Impfung gegen Hepatitis A und Typhus gibt es Kombinationsimpfstoffe.

    Bei der Schluckimpfung muss innerhalb von 5 Tagen dreimal ( Tag 1, 3, 5) jeweils 1 Kapsel auf nüchternen Magen eingenommen werden (Beipackzettel beachten) Der Impfstoff muss kühl gelagert sein; der vorgegebne Einnahmemodus ist unbedingt einzuhalten. Die Schutzwirkung entspricht der des Injektionsimpfstoffes. Der Impfschutz dauert nur ein Jahr. Während der Schluckimpfung sollten keine Antibiotika, Sulfonamide oder Malariamittel, und auch keine Abführmittel eingenommen werden.


  • West-Nil-Fieber

  • Das Zika-Virus, über Jahrzehnte als selten und harmlos eingestuft, hat seit etwa 2013/4 zu einer ungewöhnlichen Epidemie geführt. Davon sind zahlreiche Länder vor allem in Ozeanien und Südamerika betroffen. Ungewöhnlich und bislang in diesem Zusammenhang unbekannt sind aber auch die Begleitkrankheiten,die in den betroffenen Gebieten auftreten und deren Verursachung durch das Zika-Virus bislang nur wahrscheinlich ist. Wir wollen Sie auf der Basis des ggw. lückenhaften Wissens informieren, damit Sie Vorsichtsmaß- nahmen unterwegs und nach Rückkehr ergreifen können.

    Länder mit Zika-Infektionsrisiko, Stand 11.03.2016. Quelle: ECDC, Stockholm,über
    www.ecdc.europa.eu
    https://wwwnc.cdc.gov/travel/page/zika-travel-information
    https://www.cdc.gov/zika/pdfs/zikapregnancyinfographic.pdf

    Das Virus wird, soweit wir wissen, auf zwei Wegen übertragen:
    - durch den Stich von Aedes-Mosquitos, auffallend schwarz-weißen, tagsüber und in der Abenddämmerung aktiven Stechmücken, und durch ungeschützten Sexualkontakt vom Mann auf die Frau. Männer können noch Wochen nach ihrer eigenen Infektion infektiös sein.

    Die möglichen Folgen einer Infektion sind sehr unterschiedlich:
    - Die meisten Infizierten (80%) merken gar nichts.
    - 20% bekommen einen fieberhaften Infekt mit Kopf- und
    Gelenkschmerzen (betroffen sind vor allem die Hände),
    Bindehautentzündung und oft einem Hautausschlag.
    - Sehr selten kommt es zu einem Guillain-Barre-Syndrom,
    einer von den Beinen aufsteigenden Lähmung, die in
    variabler Höhe stehenbleibt und dann langsam wieder
    absteigt. Die Behandlung ist kompliziert. Eine Muskelschwäche
    kann als Behinderung zurückbleiben.
    - Trifft die Infektion eine Schwangere, so kann es beim Kind zu schweren Entwicklungsstörungen des Gehirns und des Kopfwachstums kommen, was man als Mikrozephalie bezeichnet.
    Der Zusammenhang mit der Infektion ist noch nicht ganz gesichert, aber wahrscheinlich.

    Was kann man vorbeugend tun?
    - Wer in Länder mit Zika-Verbreitung reist, muß das Risiko einer Infektion akzeptieren. Kompletten Schutz, eine Impfung oder eine Therapie der Infektion gibt es nicht.
    - Schwangere sollte nicht in Zika-Verbreitungsgebiete reisen, wenn sich dies vermeiden läßt. Wer dort schwanger wird, sollte ausreisen. Dies kann schwierig sein, wenn der Arbeitgeber den Ausreisegrund nicht akzeptiert.
    - Wer in einer Schwangerschaft im Zika-Verbreitungsgebiet ist
    oder war, sollte das Ungeborene besonders engmaschig
    überwachen lassen.
    - Im Zika-Gebiet sollte man tagsüber auf schwarz-weiße
    Mosquitos achten. Sieht man welche, so sollte man rasch ein
    wirksames Insektenvertreibemittel auf alle sichtbaren Hautpartien auftragen (empfehlenswerte Wirkstoffe: DEET >20%, Icaridin = Bayrepel >10%, DMP >16%).
    - Wer z.B. mittags schlafen will, sollte dies in einem mückensicheren Raum (air condition oder Mosquitonetz) tun.
    - Aedes-Mosquitos brüten in einigermaßen sauberem Wasser
    rund ums Haus oder im Haus (s. Abb. rechts). Solche Wasseransammlungen sollte man ausleeren oder abdecken (z.B. den Eimer Wasser neben der Toilette). Auch Plastikmüll im Regen und Reifen sind gute Brutstätten.
    - Bei fieberhaften Erkrankungen sollte nach Möglichkeit rasch auf Zika (und andere Fieberursachen) testen lassen. Je früher man testet, desto aussagefähiger sind die Tests, die man
    machen kann (PCR aus Blut: 3 Tage, aus Speichel oder Urin: 5 Tage, danach nur Antikörpertests, die durch Kontakt mit ähnlichen Viren verfälscht werden können).


    Nach Ausreise aus dem Verbreitungsgebiet gilt:
    - Männer, die aus einem Zika-Gebiet ausreisen, sollten 4 Wochen lang bei Sexualkontakten Kondome nutzen, um die Partnerin nicht zu infizieren. Vorsicht: die eigene Infektion kann ohne Symptome geblieben sein!
    - Männer, bei denen eine Zika-Infektion nachgewiesen wurde, sollten für 6 Monate bei Sexualkontakten Kondome nutzen.
    - Männer, die aus einem Zika-Gebiet ausreisen und mit einer Schwangeren Geschlechtsverkehr
    haben, sollten auch über die 4 Wochen hinaus noch Kondome benutzen. Wir wissen nicht, wann in der Schwangerschaft die Schädigung des Kindes möglich ist.
    - Nach Ausreise aus einem Zika-Gebiet sollte man mit einer Blutspende 4 Wochen warten.
    Kommen Sie gesund zurück!
    Burkhard Rieke


    Das West-Nil-Fieber ist eine von Mücken übertragene, meist nicht allzu schwer verlaufende Virus- Infektionskrankheit. Seinen Namen erhielt die Erkrankung im Jahre 1937, als der bis dahin unbekannte Erreger erstmals im West-Nil-Distrikt von Uganda diagnostiziert wurde. Die die Erkrankung auslösenden Viren wurden durch frei lebende Vögel mittlerweile sehr weit verbreitet. Daher sind tote Vögel, insbesondere Krähen, ein erster Hinweis für das Auftreten dieser Infektion. Bei Kindern, alten oder immungeschwächten Personen kann das Virus aber zu schweren oder gar lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen führen. Es gibt weder eine Impfung noch ein Medikament gegen das West-Nil-Fieber. Die Behandlung besteht in der Linderung der Symptome. Vorbeugende Maßnahmen sind die Bekämpfung der Mücken und ein allgemeiner Schutz vor Insektenstichen.