Sonntag, 21. Januar 2018


Malaria - Allgemeine Info

1. Globale Malaria-Situation

Reisemedizin SPEZIAL:
Erste Impfung gegen Malaria steht kurz vor der Zulassung!

Impfung
Quelle: iStock
EMA hat im Juli 2015 ein positives wissenschaftliches Votum zugunsten von Mosquirix A® veröffentlicht, dem ersten zur Zulassung eingereichten Malaria-Impfstoff. Die Zulassung wurde nicht für den Einsatz in Europa beantragt, sondern in Endemiegebieten. Dies ist nach Artikel 58 der EMA-Regularien moeglich und ermoeglicht eine kritische wissenschaftliche Pruefung vor dem Einsatz und insbesondere vor der Foerderung durch die WHO und andere internationale Organisationen. Es ist damit zu rechnen, dass die endgueltige Zulassung noch im Jahr 2015 erfolgen wird.


Mehr als jede andere Erkrankung ist Malaria der Spiegel einer sich verschlechternden Wirtschaftslage in betroffenen Laendern und ist oft der Killer Nummer 1 in tropischen Regionen.

Verbreitungskarte 2015

http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.tropdoc.ch/images/Malaria_2014_farbig_D.gif&imgrefurl=http://www.tropdoc.ch/Malaria.html&h=390&w=640&tbnid=Imzfqy51d2Ol0M:&zoom=1&tbnh=119&tbnw=195&usg=__EFTHSd9uwuQFqzvKA6sPNLs6sEE=&docid=S9m-a2YXx5FVNM&sa=X&ei=c8rQVNGHGYr4UJThg9AL&ved=0CDgQ9QEwBw

Verbreitungskarte 2005 Quelle Auswaertiges Amt:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/01-Laender/Gesundheitsdienst/MerkblaetterListe_node.html

Obwohl in den Zeiten unseres zunehmenden Ferntourismus Jahr fuer Jahr mehr Malariafaelle auch in Industrielaendern registriert werden, machen wiederholte wissenschaftlich dokumentierte Umfragen unter Aerzten und Touristen aus Deutschland, Europa und USA immer wieder entscheidende Informationsdefizite bzgl. des richtigen Umgangs mit Malaria-Prophylaxe, -Therapie und -Diagnostik deutlich. Allein in Deutschland erkranken jaehrlich etwa 800 Menschen an Malaria, wobei die Dunkelziffer deutlich darueber liegen duerfte. Alle 15 Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an den Folgen eines Mueckenstichs. Jeden kann es treffen, einen 100% Schutz gegen Malaria gibt es nicht. Daher gilt fuer jeden Reisenden die Devise: Informieren sie sich umfassend und kritisch bei mehreren Quellen.

So glauben immer noch mehr als die Haelfte meiner Patienten, bei denen ich eine reisemedizinische Beratung durchfuehre einige "Geruechte" ueber Malaria: z.B. "Malaria sei unheilbar". Einmal Malaria zu haben, heisst ganz sicher nicht, Malaria fuer den Rest seines Lebens zu behalten!

Merke:


  • Malaria ist heilbar; entscheidend ist die fruehe Diagnose der Erkrankung.

  • Das Malariarisiko kann von Region zu Region, sogar von Dorf zu Dorf ganz unterschiedlich sein.

  • Die Vorsorgemassnahmen koennen sehr verschieden sein. Es gibt selten nur eine einzige richtige Empfehlung.

  • Bilden sie sich ihre eigene Meinung. Der beratende Arzt kann ihnen Informationen liefern, die Entscheidung bzgl. des Vorgehens wird er ihnen jedoch nicht abnehmen koennen.




  • Was sie vor der Reise unbedingt wissen muessen:

  • Ist ihr Reisegebiet ein "hoch- oder niedrig-Risikogebiet" waehrend ihres Reisetermins. Bestimmen sie ihren Malaria-Risiko Index (siehe Punkt 4)?

  • Gehoeren sie zum besonders gefaehrdeten Personenkreis (z.B. Abenteuerreisende, Kinder, Schwangere, Aeltere etc.)? Ist Prophylaxe ueberhaupt erforderlich oder koennen sie unter Umstaenden darauf verzichten?

  • Welche Nebenwirkungen werden bei Malariamedikamenten beschrieben? Bestehen ihrerseits gesundheitliche Einwaende gegen die vorsorgliche Einnahme von Malariamedikamenten?

  • Ist die Mitnahme eines Notfallmedikamentes ggf. sinnvoll?

  • Ist die Mitnahme eines Malariatests zur Selbstdiagnose ggf. sinnvoll?




  • 2. Malaria tropica

    Die Malaria ist in vielen tropischen Ländern noch immer ein ernstes, in einigen Regionen sogar zunehmendes Problem. Es gibt vier verschiedene Malariaarten. Die gefaehrlichste Malaria ist die, die durch den Erreger Plasmodium falciparum hervorgerufen wird. Diese sogenannte "Malaria tropica" ist fast ausschliesslich fuer die Todesfaelle verantwortlich und stellt den Hauptanteil der in Industrielaender importierten Malariaerkrankungen dar.

    Die Malariavorbeugung besteht aus der Vermeidung von Moskitostichen (z.B. Autan protection plus mit 20% Icaridin fuer die Haut bzw. DEET-Spray fuer Kleidung und Moskitonetze 1x je Woche) und ggf. vorbeugenden oder therapeutischen Einnahme von Malaria-Medikamenten. Gegen jedes zur Verfuegung stehende Antimalariamittel gibt es bereits Resistenzen, insbesondere bei Plasmodium falciparum. Dennoch kann eine Chemoprophylaxe bei Aufenthalten bis zu einem Monat auch in Gebieten mit Multiresistenz das Risiko einer Malaria wesentlich verringern. Die ausschliessliche Mitnahme eines Malariamittels zur Selbstbehandlung fuer den Bedarfsfall (Standby-Therapie) kommt nur in Betracht bei Malariaexposition über mehr als einen Monat, bei Reisen in Gebiete mit sehr geringem Malariarisiko und bei bekannter Unvertraeglichkeit einer Malariaprophylaxe.

    Eine individuelle Abwaegung sollte immer mit Hilfe des beratenden Arztes erfolgen.

    3. Malariasymptome

    Die Krankheit beginnt meist mit Kopf-Ruecken- und Gliederschmerzen, leichtem bis hohem Fieber, Schwitzen, Froesteln, Uebelkeit, Erbrechen und leichten Durchfaellen. Keines dieser Symptome muss vorhanden oder besonders ausgepraegt bei einer beginnenden Malaria sein. Mit zunehmender Krankheitsdauer steigt die Intensitaet der Symptome, eine zunehmende Verschlechterung des Allgemeinzustandes wird beobachtet. Hinzu kommen Angst und Verwirrtheitszustaende. Das Fieber ist unregelmaessig!




    *