Sonntag, 27. Mai 2018


Malaria - Häufige Fragen

  • Wo erhalte ich Informationen bzgl. meines individuellen Malariarisikos?
    Bei niedergelassenen Tropenmedizinern oder entsprechenden Beratungsinstituten.

  • Welche Faktoren bestimmen mein individuelles Malariarisiko?
    Reiseziel, Reisedauer, Reiseart, Alter, Einnahme von Medikamenten, Vorerkrankungen, Schwangerschaft, geplante Aktivitäten, geplante Vorsorgemaßnahmen.

  • Was ist Malaria?
    Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch Malaria-Parasiten, sog. Plasmodien, hervorgerufen wird.

  • Wo gibt es Malaria?
    In vielen warmen Ländern der Tropen und Subtropen.

  • Wie bekommt man Malaria?
    Durch den Stich einer infizierten Mücke. Seltener ist die Übertragung durch Bluttransfusionen. Ein einziger Stich kann ausreichen um sich zu infizieren.

  • Ist Malaria ansteckend?
    Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist außer über Blutkontakt nicht möglich.

  • Kann man an Malaria sterben?
    Ja, insbesondere an der Malaria tropica, einer der 3 Formen der Malaria.

  • Wie oft kann man Malaria bekommen?
    Da sich nur eine schwache Immunität ausbildet kann man öfter an Malaria erkranken. Von Neuerkrankungen zu unterscheiden ist ein Malaria-Rückfall bei nicht völlig ausgeheilter Malaria.
    Dies ist prinzipiell möglich bei allen Malariaformen, jedoch häufiger bei der Malaria tertiana und quartana, den nicht-tödlichen Verlaufsformen dieser Erkrankung. Rückfälle später als 3 Monate nach der Ersterkrankung sind eine Rarität bei M.tropica.

  • Ist Malaria völlig heilbar?
    Ja, jede Malaria ist heilbar bei rechtzeitiger Diagnose. Auch Rückfälle der M.tertiana und quartana können zur Ausheilung gebracht werden. Entscheidend ist dabei, dass auch die in der Leber und ggf. anderen Organen (bei M. quartana) "schlafenden" Parasiten mitbehandelt werden. Bei der M.tropica ist besonders der frühe Zeitpunkt der Diagnosestellung entscheidend für die Prognose und den Verlauf der Erkrankung.

  • Wie kann ich mich gegen Malaria schützen?
    Durch Expositionsprophylaxe, d.h. Schutz vor Moskitostichen, sowie durch medikamentöse Prophylaxe, d.h. Einnahme von Medikamenten gegen Malaria. Die medikamentöse Prophylaxe verhindert zwar nicht das Eindringen der Parasiten in die Blutbahn, verhindert jedoch die Vermehrung und Ausbreitung des Erregers und damit den Ausbruch der Erkrankung. Es sind jedoch gegen alle verfügbaren Malariamedikamente resistente Malaria-Erreger bekannt.

  • Ist dieser Schutz hundertprozentig?
    Nein; Keine Methode verhindert 100%-ig eine Malariaerkrankung. Insbesondere die medikamentöse Prophylaxe ist in vielen Gebieten schwächer in ihrer Wirksamkeit geworden, da die Parasiten gegen die Wirkstoffe resistent geworden sind. Dazu kommen eine Vielzahl von Faktoren, die die Wirkung der Medikamente beeinflussen können, z.B. dass die Einnahme einer Tablette vergessen wurde, dass die Aufnahme des Wirkstoffes aus dem Darm z.B. wegen in warmen Ländern häufigem Durchfall ungenügend war u.v.a.

  • Gibt es eine Impfung gegen Malaria?
    Es gibt einige experimentelle noch nicht für die Öffentlichkeit zugelassene Impfstoffe. Keiner von ihnen konnte bisher überzeugen.

  • Haben die Medikamente gegen Malaria Nebenwirkungen?
    Ja, alle Malariamittel haben ausgeprägte z.T. schwerwiegende Nebenwirkungen. So gibt es neben häufigen Unverträglichkeiten seitens des Magen-Darms, auch neuropsychiatrische und zentralnervöse Störungen, wie Alpträume, Koordinationsprobleme (Vorsicht Taucher und Sportler!), Depressionen, bis hin zu Psychosen. Daneben sind Lichtunverträglichkeit und Hauterscheinungen bekannt (Vorsicht bei Sonne!). Sogar Todesfälle sind berichtet aufgrund arrhythmogener Wirkungen auf das Herz bei bestimmten Vorerkrankungen.
    Eine ungerechtfertigte Einnahme dieser Medikamente sollte unbedingt vermieden werden.

  • Warum muss Prophylaxe nach der Reise fortgesetzt werden?
    Weil eine Infektion auch noch nach mehreren Wochen ausbrechen kann. Selbst eine vierwöchige Fortsetzung der Malariaprophylaxe nach Verlassen des Malariagebietes ist kein sicherer Schutz gegen eine ggf. noch spätere Manifestation der Erkrankung.

  • Hat eine Erkankung mit Malaria Spätfolgen?
    I.d.R. gibt es nach der Ausheilung einer Malaria keinerlei Spätfolgen.

  • Wieviele Arten von Malaria gibt es?
    Es gibt drei Formen der Malaria, die durch 4! unterschiedliche Erreger hervorgerufen werden: M.tropica, M.tertiana, M.quartana. M.tropica ist die gefährlichste und kann zum Tode führen. M.tertiana und quartana haben selten tödlichen Ausgang, können aber rezidivieren, z.T. noch nach Jahren.

  • Wieviele Urlauber erkranken an Malaria?
    Pro Jahr werden etwa 1000 Malariafälle in Deutschland registriert. Die nicht gemeldete Dunkelziffer dürfte deutlich darüber liegen. Insgesamt werden ca. 10.000 Malariaerkankungen pro Jahr bei Reiserückkehrern festgestellt. Das Risiko ist im tropischen Afrika am höchsten.

  • Wieviele Urlauber sterben an Malaria?
    Im letzten Jahr waren es in Deutschland etwa 20 Patienten, die an Malaria verstarben. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich relativ schlecht.

  • Wer ist besonders gefährdet?
    Reisende in Hochrisikogebiete ohne Prophylaxe, Reisende , die sich mit Prophylaxe in falscher Sicherheit wiegen, Kinder und Schwangere, sowie ältere Reisende; Reiserückkehrer, die bei Symptomen, auch Wochen nach der Reise, dem Arzt nichts von ihrer Tropenreise erzählen.

  • Wie verhält man sich um das Risiko zu verringern?
    Vor der Reise sollte ein Arzt für Tropenmedizin konsultiert werden. Genauso wichtig ist jedoch auch nach der Reise bei jeglichen Symptomen auch mehrere Wochen nach der Rückkehr den Arzt unverzüglich aufzusuchen.

  • Wozu ein Notfallmedikament?
    Ist es denn nicht zu spät wenn ich Malaria habe? Ein Notfallmedikament ist zur sogenannten Stand-by-Therapie geeignet. D.h. erst wenn man Symptome hat , die auf eine Malaria hindeuten, nehme ich Malariatabletten in therapeutischer Dosierung. Es ist natürlich bei rascher Erkennung von Symptomen nie zu spät für eine Therapie.

  • Wie erkenne ich, dass ich Malaria habe?
    Unterwegs, auf Safari etc, ist die Diagnose bisher nicht so einfach zu stellen. Konsultiert man fiebergeschüttelt einen einheimischen Arzt in einem Malariagebiet, wird dieser mit größter Wahrscheinlichkeit eine Malaria feststellen, oft ohne sich ihr Blut wirklich anzuschauen - Nicht selten eine Fehldiagnose! In malariafreien Gebieten dagegen wird eine Malaria oft übersehen da der Arzt nicht mit ihrer Reisefreudigkeit rechnet.
    Seit kurzem jedoch gibt es den MalaQuick, Malariatest zur Selbstdiagnose für Reisende. Dieser Test weisst schon im Frühstadium einer Erkrankung die gefährlichste Malaria tropica nach.



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